Häufige Fragen zum Trinkwasser

Woher stammt das Wasser für die Trinkwasserversorgung?

In Österreich wird nur Grundwasser zur Trinkwasserversorgung herangezogen (Brunnen und Quellen). Die Trinkwasserressourcen sind durch die strengen Anforderungen des Wasserrechtsgesetz 1959 – WRG 1959 geschützt.

Bei Fragen zu Ihrem Wasser steht Ihnen Ihr Wasserversorger für Auskünfte zur Verfügung.

Das Wasser sieht trüb aus. Was ist die Ursache?

Das Trinkwasser muss gemäß Trinkwasserverordnung für den Verbraucher annehmbar sein. Kommt es dennoch trüb aus der Leitung, kann dies verschiedene Ursachen haben:

  1. Die Trübung ist durch eine Luftübersättigung bedingt. Im Falle einer Luftübersättigung klart das Wasser im Glas allmählich von unten nach oben auf.
  2. Die Trübung entsteht durch Mineralien wie Tone oder Sande.
  3. Die Trübung entsteht durch Korrosionsprodukte aus der Hausinstallation.
  4. Die Trübung resultiert aus Verockerungsprozessen, speziell bei Tiefenbrunnen (Verockerung ist das Ausfällen von oxidiertem Eisen oder Mangan).

In den genannten Fällen ist das Wasser bedenkenlos trinkbar. Bei Fragen zu Ihrem Wasser steht Ihnen Ihr Wasserversorger für Auskünfte zur Verfügung.

Das Wasser riecht/schmeckt komisch. Was kann ich tun?

Das Trinkwasser muss gemäß Trinkwasserverordnung für den Verbraucher annehmbar sein. Gerüche oder ungewohnter Geschmack im Trinkwasser können vielerlei Ursachen haben. Lassen Sie das Wasser eine Minute rinnen. Wenn keine Änderung eintritt, kontaktieren Sie Ihren Wasserversorger.

Was ist zu tun, wenn längere Zeit kein Wasser entnommen wurde (z. B. Urlaub)?

Wenn Wasser längere Zeit in der Leitung steht, können Stoffe aus den Leitungsmaterialien in das Wasser abgegeben werden. Nach einem Urlaub, aber auch beim ersten Gebrauch in der Früh wird empfohlen, die Hausinstallation zu spülen und das Trinkwasser so lange abrinnen zu lassen, bis sich die Temperatur nicht mehr ändert. So wird sichergestellt, dass das Wasser in den Leitungen ausgetauscht wird ("Wasserwechsel") und frisches Trinkwasser aus der Leitung kommt.

Was bedeutet hartes Wasser?

Wenn Trinkwasser viel Kalzium oder Magnesium enthält, spricht man von hartem Wasser. Die Härte wird in deutschen Härtegraden (°dH), angegeben. Kalzium- und Magnesiumionen gehören zu jenen Mineralstoffen, die für den Menschen lebensnotwendig sind.  Das Lebensmittel Trinkwasser muss nicht enthärtet werden.
Im Trinkwasserbefund, welcher den Abnehmern mindestens einmal jährlich vom Wasserversorger zur Verfügung gestellt wird, wird die Gesamthärte angeführt.
Bei Fragen zu Ihrem Wasser steht Ihnen Ihr Wasserversorger für Auskünfte zur Verfügung.

Ist eine Wasseraufbereitung, wie zum Beispiel eine Enthärtung, zu Hause notwendig?

Die strengen qualitativen Anforderungen an unser Trinkwasser sind in der Trinkwasserverordnung geregelt. Der Wasserversorger stellt sicher, dass die Anforderungen jederzeit eingehalten werden. Eine Aufbereitung auf Haushaltsebene ist bei Trinkwasser aus der zentralen Trinkwasserversorgung daher grundsätzlich nicht notwendig.

Trinkwasser braucht keine Enthärtung. Für andere Verwendungszwecke kann sich hartes Wasser aber als nachteilig erweisen, zum Beispiel durch höheren Waschmittelverbrauch oder durch Bildung von Kesselstein.

Wenn Sie Geräte zur Wasserenthärtung im Haushalt einsetzen, achten Sie unbedingt auf die Hygiene. Bei mangelhafter Wartung kann es zu mikrobiologischem Wachstum in der Anlage kommen, das sich negativ auf die Wasserqualität auswirkt. Im Wohnhausbereich hat es sich als wirtschaftlich erwiesen, nur das Warmwasser über eine Wasserenthärtungsanlage zu führen.

Bei Fragen zu Ihrem Wasser steht Ihnen Ihr Wasserversorger für Auskünfte zur Verfügung.

Was bedeutet "aggressives" Wasser?

Enthält Wasser überschüssige oder zu viel freie Kohlensäure spricht man von calcitlösendem oder "aggressivem" Wasser. Man spricht auch von "weichem Wasser", das einen niedrigen pH-Wert aufweist. Das Wasser ist dann nicht im sogenannten Kalk-Kohlensäure-Gleichgewicht. Grundsätzlich ist "aggressives" Wasser nicht gesundheitsschädlich. Allerdings kann "aggressives" Wasser die Schutzschichtbildung auf metallischen Oberflächen verhindern bzw. erschweren, wodurch Rohrleitungsmaterialien angegriffen werden und Korrosionsprodukte in das Wasser gelangen können. Dies ist bei der Wahl der Rohrleitungsmaterialien im Haushalt zu berücksichtigen.

Bei Fragen zu Ihrem Wasser steht Ihnen Ihr Wasserversorger für Auskünfte zur Verfügung.

Wird das Wasser für Trinkwasserzwecke in Österreich chemisch/physikalisch aufbereitet?

In Österreich wird vorrangig natives, also nicht aufbereitetes Wasser genutzt. Lediglich 7 % des Trinkwassers werden in Österreich aufbereitet. Zum Beispiel wird zur Entsäuerung des Wassers Kohlenstoffdioxid einerseits durch Belüftung ausgeblasen oder die Kohlensäure wird über geeignete Filtermaterialien (z. B. halbgebrannter Dolomit, Kalk) entfernt. Die Wasseraufbereitung wird streng überwacht und es dürfen nur die zulässigen Aufbereitungsstoffe und -verfahren gemäß Österreichischem Lebensmittelbuch (ÖLMB) Kapitel B1 verwendet werden.

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Ist die Desinfektion von Trinkwasser mit Chlor gesundheitsschädlich?

Chlor für die Trinkwasserdesinfektion ist nicht gesundheitsschädlich. Bei Chlor handelt es sich um ein zulässiges Desinfektionsmittel. Die verwendeten Mengen zur chemischen Desinfektion mittels Chlor werden streng überwacht. Bei Abgabe des Trinkwassers an den Verbraucher beträgt die zulässige Höchstkonzentration an freiem Chlor 0,3 mg/l Cl2.

Sofern Trinkwasser über längere Distanzen in einer Transportleitung befördert werden muss, das Wasser zur Vermehrung von Mikroorganismen neigt und die Rohrmaterialien eine Vermehrung begünstigen, kann durch eine Transportchlorung die Vermehrung hintangehalten und eine einwandfreie mikrobiologische Beschaffenheit gewährleistet werden. Diese "Transportchlorung" ist keine Trinkwasserdesinfektion, sondern eine Maßnahme im Sinne der Qualitätssicherung.

Bei Fragen zu Ihrem Wasser, steht Ihnen Ihr Wasserversorger für Auskünfte zur Verfügung.

Wasserinhaltsstoffe

Wasser ist für eine Vielzahl von Stoffen ein ausgezeichnetes Lösungsmittel. In den natürlichen Wässern findet sich eine große Zahl von gelösten Stoffen. Die guten Lösungsmitteleigenschaften des Wassers bringen es mit sich, dass Wasser meist mit Mineralien und Spurenelementen gut versorgt ist. Leider werden aber auch unerwünschte Stoffe im Wasser gelöst. Diese können natürlichen Ursprungs (geogen) oder auch menschlichen Ursprungs (anthropogen) sein.

Wie hoch ist die Nitratkonzentration? Ist die Nitratkonzentration für die Zubereitung von Säuglingsnahrung unbedenklich?

Die Nitratkonzentration wird im Trinkwasser regelmäßig untersucht. Gemäß Trinkwasserverordnung muss ein Parameterwert von 50 mg/l eingehalten werden. Trinkwasser mit einem Nitratgehalt bis zu 50 mg/l kann ohne Bedenken auch für die Zubereitung von Säuglingsnahrung verwendet werden.

Bei Fragen steht Ihnen Ihr Wasserversorger für Auskünfte zur Verfügung.

Wie hoch ist die Schwermetallkonzentration?

Die Konzentration an Metallen (Arsen, Antimon, Aluminium, Blei, Bor, Cadmium, Kalzium, Mangan, Chrom, Kupfer, Nickel, Quecksilber, Selen, Uran) wird im Trinkwasser regelmäßig untersucht. Die Vorgaben sind in der Trinkwasserverordnung geregelt.

Wenn Sie Fragen zu Ihrem Wasser haben steht Ihnen Ihr Wasserversorger für Auskünfte zur Verfügung.

Wie hoch ist die Fluoridkonzentration?

Die Fluoridkonzentration wird im Trinkwasser regelmäßig untersucht. Die Trinkwasserverordnung regelt die maximale Konzentration im Trinkwasser (1,5 mg/l). Der Fluoridgehalt wird hauptsächlich durch die Geologie des Einzugsgebiets bestimmt; Fluorid  wird dem Trinkwasser nicht zugesetzt.

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Wie ist die Situation bei Pestiziden im Trinkwasser?

Untersuchungen zeigen, dass in intensiv landwirtschaftlich genutzten Regionen Pestizide und deren Abbauprodukte (Metaboliten) ins Trinkwasser gelangen können. Zurzeit werden gemäß Trinkwasserverordnung routinemäßig 86 Parameter untersucht. Bei Überschreitung des strengen Parameterwertes von 0,1 Mikrogramm pro Liter darf das Wasser nicht an die Verbraucher abgegeben werden.

Ihr Wasserversorger informiert einmal jährlich über die aktuellen Ergebnisse der Pestiziduntersuchung und steht für Auskünfte zur Verfügung.

Wie ist die Situation bei Arzneimitteln im Trinkwasser?

Manche Arzneimittel werden in Kläranlagen nicht oder nur teilweise abgebaut und können über Oberflächengewässer (Vorfluter) ins Grundwasser eingetragen werden. Veterinärarzneimittel können über den Austrag und die Ausschwemmung von Wirtschaftsdünger und Gülle ins Grundwasser gelangen. Im Sinne eines vorsorgenden Gesundheitsschutzes wurden im Jahr 2015 im Rahmen eines Monitoringsprogramms österreichweit Grund- und Trinkwasser auf Pharmazeutika und Abwasserindikatoren untersucht. Die in österreichischen Grund- und Trinkwässern vereinzelt nachgewiesenen Gehalte liegen in Konzentrationsbereichen, die keine toxikologischen Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit haben.

Wo finde ich weitere Informationen zum Thema?

Die Österreichische Vereinigung für das Gas- und Wasserfach bietet technische, hygienische, wirtschaftliche oder rechtliche Informationen zum Thema Wasser (kostenpflichtig).

ProjektträgerInnen:

Bundesministerium für Gesundheit
ÖVGW - Österreichische Vereinigung für das Gas- und Wasserfach
AGES - Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit